Vor dem Versand

Datenträger sicher einsenden

Ein Laufwerk, das den Ausfall überstanden hat und den Transport nicht, ist ein vermeidbarer Verlust. Verpacken ist kein Formalismus — ein Stoß auf dem Sortierband kann aus einem Elektronikfehler einen Kopfcrash machen.

Das Prinzip: Karton im Karton

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    Antistatikbeutel

    Zuerst kommt der Datenträger in einen Antistatikbeutel. Bei SSDs, M.2-Modulen und blanken Platinen ist das der wichtigste Schritt überhaupt — elektrostatische Entladung tötet Elektronik lautlos.

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    Polstern

    Dann mehrere Lagen Luftpolsterfolie, satt gewickelt. Wickeln Sie Folie nie direkt um eine blanke Platine, sondern immer über den Beutel.

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    Innenkarton

    Das gepolsterte Paket kommt in einen kleinen, festen Karton. Er soll sich nicht mehr bewegen lassen.

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    Außenkarton

    Der Innenkarton wird in einem größeren Karton allseitig gepolstert, sodass er darin schwebt. Das ist die Lage, die den Stoß abfängt.

Die Faustregel

Schütteln Sie das fertige Paket am Ohr. Wenn sich innen etwas bewegt, ist es nicht fertig.

Was nicht funktioniert

  • Luftpolster-Umschläge und Versandtaschen

    Sie schützen gegen Kratzer, nicht gegen Stöße. Für eine Festplatte sind sie ungeeignet.

  • Lose Füllchips

    Sie setzen sich beim Transport, und der Inhalt wandert an den Rand des Kartons — genau dorthin, wo der Aufprall ankommt.

  • Zeitungspapier

    Zu wenig Rückstellkraft, außerdem staubend.

  • Mehrere blanke Laufwerke nebeneinander

    Metallgehäuse und Platinen beschädigen sich beim geringsten Stoß gegenseitig.

Je nach Datenträger

  • Mechanische Festplatte

    Besonders sorgfältig polstern und die Platte so fixieren, dass sie sich im Karton keinen Millimeter bewegt. Eine Platte, die schon klackt, verträgt keinen weiteren Schlag. Nur das nackte Laufwerk schicken, ohne Kabel und Netzteil.

  • SSD, M.2- und NVMe-Modul

    Stöße sind hier zweitrangig, elektrostatische Entladung ist es nicht. Antistatikbeutel ist Pflicht, blanke Kontakte nicht anfassen.

  • Speicherkarte und USB-Stick

    In einer kleinen festen Box statt lose im Umschlag — sie gehen sonst im Polstermaterial verloren oder werden im Sortierzentrum geknickt.

  • Externe Festplatte

    Im Gehäuse lassen und mitschicken. Bei externen Laufwerken sitzt die Elektronik, die den Ausfall verursacht haben kann, oft im Gehäuse und nicht am Laufwerk — und manche Modelle verschlüsseln über genau diese Platine.

  • RAID-Verbund oder NAS

    Jedes Laufwerk einzeln in einen Antistatikbeutel, einzeln polstern, und vorher die Schachtnummer aufkleben. Die Reihenfolge im Gehäuse ist Teil der Information, aus der sich der Verbund rekonstruieren lässt. Das Gehäuse selbst wird meist nicht gebraucht — fragen Sie im Zweifel nach.

  • Notebook oder Smartphone

    Vollständig ausschalten, nicht nur zuklappen. Bei Wasserschaden nicht laden, nicht einschalten und nicht trocknen — so schnell wie möglich losschicken.

Was in den Karton gehört

  • Ein Zettel mit Namen und Kontakt

    Auftragsnummer, Name, Telefon, E-Mail und Rücksendeadresse. Außen aufgeklebte Etiketten überstehen den Transport nicht immer.

  • Eine kurze Schilderung

    Was ist passiert, seit wann, welche Geräusche, was wurde schon versucht. Zwei Sätze reichen und sparen einen halben Diagnosetag.

  • Zugangsdaten, wenn nötig

    Bei verschlüsselten Datenträgern der Wiederherstellungsschlüssel, bei Smartphones der Sperrcode. Ohne diese Angaben endet die Arbeit an der Verschlüsselung, egal wie gut die Hardware repariert ist.

  • Was Sie behalten

    Netzteile, Kabel, Hüllen, Originalkartons und Halterungen werden nicht gebraucht.

Versand

Versichert und mit Sendungsverfolgung verschicken. In allen Diagnose-Tarifen sind Hin- und Rückweg enthalten, ab dem Standard-Tarif holen wir den Datenträger bei Ihnen ab — die Details stehen unter Versand & Zahlung.

Wer es lieber persönlich übergibt: Das Labor liegt in Frankfurt-Sachsenhausen, ein Besuch ist ohne Termin möglich.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Soll ich das externe Gehäuse mitschicken oder die Platte ausbauen?

Mitschicken. Bei externen Laufwerken ist häufig die Elektronik im Gehäuse der Ausfallgrund, und manche Modelle verschlüsseln über genau diese Platine — ohne sie ist das Laufwerk selbst dann unlesbar, wenn es mechanisch einwandfrei ist.

Muss ich das NAS komplett schicken?

In der Regel nicht. Wichtig sind die Laufwerke, einzeln verpackt und mit ihrer Schachtnummer beschriftet. Fragen Sie im Zweifel vorher nach — bei manchen Systemen hilft das Gehäuse bei der Rekonstruktion.

Was ist, wenn der Datenträger auf dem Transportweg beschädigt wird?

Deshalb versichert versenden und ordentlich verpacken. Ein Transportschaden verwandelt einen einfachen Fall in einen aufwendigen — die Verpackung ist der einzige Teil der Datenrettung, den Sie selbst in der Hand haben.

Konkreter Fall?

Wir schauen uns Ihren Datenträger an.

Die Economy-Diagnose ist kostenlos. Sie erfahren, was möglich ist, bevor etwas kostet — und was es kosten würde, steht vorher schriftlich fest.

Wasserweg 8–10 · 60594 Frankfurt am Main