IT-Forensik & digitale Beweissicherung

Wenn Daten nicht nur zurück müssen, sondern belastbar sein.

Eine Datenrettung fragt: Bekommen wir die Datei zurück? Eine forensische Sicherung fragt zusätzlich: Lässt sich später nachweisen, dass die Datei genau so vorlag und dabei nichts verändert wurde? Das ist ein anderer Anspruch — und ein anderes Vorgehen.

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  • Vertraulichkeit vorab

    Vertraulichkeitsvereinbarung vor der Annahme, nicht danach.

  • Nur an der Kopie

    Ausgewertet wird eine gesicherte Kopie mit Prüfsumme, nicht das Original.

  • Ein Standort

    Alles im eigenen Labor in Frankfurt. Keine Auslagerung, keine Zwischenstationen.

  • Ein Ansprechpartner

    Sie sprechen mit der Person, die den Fall bearbeitet.

Der Unterschied zur Datenrettung

Bei einer Datenrettung zählt das Ergebnis: Die Datei ist wieder da, alles gut. Bei einer forensischen Sicherung zählt zusätzlich der Weg dorthin. Wer hatte den Datenträger wann in der Hand? Womit wurde gelesen? Lässt sich belegen, dass zwischen Übernahme und Auswertung nichts verändert wurde?

Deshalb steht am Anfang eine Sicherung, über die eine Prüfsumme gebildet wird — eine Art Fingerabdruck des Datenbestands. Jede spätere Auswertung läuft auf einer Kopie dieser Sicherung. Lässt sich die Prüfsumme jederzeit nachrechnen, ist belegt, dass die ausgewertete Kopie seit der Sicherung unverändert ist.

Bei Festplatten und SSDs ist das ein vollständiges Abbild, schreibgeschützt gelesen. Bei Smartphones ist ein bitgenaues Abbild oft nicht möglich, und jede Extraktion setzt voraus, dass das Gerät läuft und mit dem Extraktionssystem kommuniziert. Welche Eingriffe dafür nötig waren, wird deshalb dokumentiert.

Für Sie heißt das vor allem eines: Bitte greifen Sie vorher nicht selbst zu. Ein häufiger Grund, warum ein Datenbestand als Beweismittel an Wert verliert, ist nicht Manipulation, sondern gut gemeinte Eigeninitiative — ein Kollege, der „nur mal nachgesehen" hat.

Bis zur Sicherung: Zustand erhalten

Den vorgefundenen Zustand nicht verändern: nicht ausschalten, nicht einschalten, nicht anmelden, nichts kopieren. Eingeschaltete Smartphones eingeschaltet lassen, mit Strom versorgen und von Mobilfunk und WLAN abschirmen — ein Neustart kann den späteren Zugriff erheblich erschweren. Laufende Rechner nicht herunterfahren, bevor geklärt ist, ob eine Sicherung im laufenden Betrieb nötig ist. Ausnahme: Geräte mit Flüssigkeits- oder Brandschaden nicht laden. Notieren Sie, wer das Gerät wann hatte, und sprechen Sie uns vor jedem weiteren Schritt an.

Typische Anlässe

  • Datenabfluss beim Ausscheiden

    Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen, und es besteht der Verdacht, dass Unterlagen mitgegangen sind. Zu klären ist, was wann auf welches Medium kopiert wurde.

  • Interne Untersuchung

    Compliance-Fälle, Verdacht auf Untreue oder Manipulation. Die Ergebnisse müssen einer späteren Prüfung standhalten.

  • Zivilrechtliche Auseinandersetzung

    Sicherung und Aufbereitung eines Datenbestands, auf den sich beide Seiten beziehen — mit nachvollziehbarer Dokumentation, wie er entstanden ist.

  • Versicherungs- und Schadensfälle

    Nach Brand, Wasser oder Einbruch: Was war auf dem Gerät, und lässt sich der Zustand dokumentieren?

  • Nachlass und Betreuung

    Zugriff auf Geräte, wenn der Berechtigte nicht mehr selbst zugreifen kann — mit Nachweis der Berechtigung.

  • Verlorene Zugänge im Unternehmen

    Verschlüsselte Datenträger ohne auffindbaren Schlüssel, gesperrte Geräte ohne bekannten Code. Legitim, aber technisch anspruchsvoll.

Wie wir arbeiten

  1. 01

    Vertraulichkeit klären

    Vertraulichkeitsvereinbarung vor der Annahme — Ihre Vorlage oder unsere. Erst danach wird das Gerät geöffnet.

  2. 02

    Übernahme protokollieren

    Gerät mit Seriennummer erfassen, Zustand dokumentieren, Übergabe schriftlich festhalten. Ab hier ist nachvollziehbar, wer wann Zugriff hatte.

  3. 03

    Sicherung mit Prüfsumme

    Bei Datenträgern ein vollständiges, schreibgeschützt gelesenes Abbild, bei Mobilgeräten eine forensische Extraktion. Über die Sicherung wird eine Prüfsumme gebildet und festgehalten.

  4. 04

    Auswertung an der Kopie

    Alle weiteren Schritte laufen auf einer Kopie der Sicherung. Das Original wird nach der Sicherung nicht mehr angefasst.

  5. 05

    Befund dokumentieren

    Was wurde gefunden, mit welchem Verfahren, und was lässt sich daraus belegen — und was ausdrücklich nicht.

  6. 06

    Übergabe oder Verwahrung

    Ergebnisse verschlüsselt übergeben. Das Original geht zurück oder bleibt bis auf Widerruf unter Verschluss.

Mobilgeräte-Forensik: iPhone und Android

Smartphone-Forensik umfasst die forensische Sicherung und Datenextraktion von iPhone- und Android-Geräten. Das Smartphone ist heute die datenreichste Quelle in fast jedem Fall — und die am schlechtesten zugängliche. Aktuelle Geräte verschlüsseln standardmäßig, und der Sperrcode geht in die Ableitung des Schlüssels ein. Bei gesperrten Geräten mit bekanntem Code ist der Weg kurz. Ohne bekannten Sperrcode kann ein Zugriff abhängig von Modell, Betriebssystemversion, Gerätezustand und den verfügbaren forensischen Verfahren dennoch möglich sein. Ob dies bei einem konkreten Gerät zutrifft, lässt sich erst nach Prüfung bestimmen.

Für die Auswertung setzen wir etablierte forensische Extraktionssysteme ein. Ist das Gerät physisch beschädigt, geht der Extraktion die Rekonstruktion der Hardware voraus — dieselbe Board-Level-Arbeit wie bei einer Smartphone-Datenrettung. Eine erfolgreiche Hardware-Rekonstruktion ermöglicht nicht automatisch die Entschlüsselung; sie kann aber die Voraussetzung dafür schaffen, dass spezialisierte Extraktionsverfahren überhaupt eingesetzt werden können.

Gerät physisch beschädigt?

Bei stark beschädigten Smartphones und Tablets beginnt die Arbeit oft vor der eigentlichen Extraktion. Unser Board-Level-Team rekonstruiert Geräte für die anschließende forensische Bearbeitung.Forensic Device Recovery für beschädigte Smartphones →

Passwörter und Verschlüsselung

Verschlüsselte Container, gesperrte Archive, Laufwerke mit vergessenem Passwort: Für Fälle mit rechtmäßigem Zugriffsanspruch arbeiten wir mit Passware. Die Verschlüsselung selbst wird dabei nicht gebrochen. Passware sucht strukturiert nach dem Passwort und kann — wenn vorhanden — Schlüssel auch aus Arbeitsspeicherabbildern oder Ruhezustandsdateien gewinnen.

Die Aussicht einer Passwortsuche hängt davon ab, wie viel bekannt ist: ungefähre Länge, verwendete Muster, alte Varianten, firmenübliche Regeln. Aus solchen Angaben lässt sich ein Suchraum bauen, der klein genug ist. Ohne Anhaltspunkte und ohne Schlüsselmaterial funktioniert es nicht, und wir sagen das lieber vorher.

Was Sie schriftlich bekommen

  • Vertraulichkeitsvereinbarung

    Gegenseitig, vor der Annahme. Ihre Vorlage oder unsere.

  • Übernahmeprotokoll

    Gerät, Seriennummer, Zustand, Datum, beteiligte Personen.

  • Prüfsumme des Abbilds

    Der Nachweis, dass der ausgewertete Stand dem übernommenen entspricht.

  • Befundbericht

    Vorgehen, Werkzeuge, Ergebnisse — und ausdrücklich auch die Grenzen der Aussage.

  • Löschnachweis

    Auf Wunsch schriftlich, sobald unsere Arbeitskopien entfernt sind.

Ehrlich gesagt

Klare Grenzen gehören zur Forensik dazu.

Was technisch oder rechtlich nicht geht, sagen wir vor der Annahme — nicht danach.

Kein Brechen von Verschlüsselung

Moderne starke Verschlüsselung lässt sich nicht einfach technisch „brechen“. Ein Zugriff kann jedoch je nach Plattform über vorhandene Schlüssel, Zugangsdaten, forensische Verfahren oder gerätespezifische Zugriffsmöglichkeiten möglich sein.

Nur mit nachvollziehbarem Zugriffsanspruch

Wir arbeiten nur an Geräten, an denen ein nachvollziehbarer Anspruch besteht. Danach fragen wir, und zwar vor der Annahme.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Unterschreiben Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung?

Ja, und zwar vor der Annahme des Geräts. Ihre Vorlage oder unsere — beides ist üblich. Erst danach wird geöffnet.

Wie schnell geht das?

Die Sicherung selbst dauert je nach Umfang Stunden bis Tage. Die Auswertung hängt vom Fall ab. Sagen Sie uns, ob eine Frist läuft — dann planen wir danach.

Ist ein Zugriff auf ein gesperrtes Mobilgerät möglich?

Mit dem Sperrcode ist es der kurze Weg — das Gerät entschlüsselt selbst. Ohne bekannten Sperrcode kann ein Zugriff abhängig von Modell, Betriebssystemversion, Gerätezustand und den verfügbaren forensischen Verfahren dennoch möglich sein. Ob dies bei einem konkreten Gerät zutrifft, lässt sich erst nach Prüfung bestimmen. Gearbeitet wird nur bei nachvollziehbarem Zugriffsanspruch.

Bekommen wir etwas Schriftliches?

Ja: Übernahmeprotokoll, Prüfsumme des Abbilds und einen Befundbericht mit Vorgehen, Werkzeugen und Ergebnissen — einschließlich der Grenzen der Aussage.

Was passiert mit den Daten nach dem Fall?

Sie liegen ausschließlich auf unserem verschlüsselten Server. Nach Abschluss werden unsere Arbeitskopien gelöscht, auf Wunsch mit schriftlichem Nachweis. Alternativ verwahren wir das Abbild bis auf Widerruf.

Arbeiten Sie auch für Privatpersonen?

Ja, wenn ein nachvollziehbarer Zugriffsanspruch besteht — etwa im Nachlassfall oder bei eigenen Geräten mit verlorenem Zugang.

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Ein weltweiter Zusammenschluss unabhängiger, inhabergeführter Datenrettungsunternehmen. Die Mitglieder tauschen Verfahren aus professioneller Datenrettung, Forensik und Software-Entwicklung aus — bei seltenen Schadensbildern steht damit das Wissen der ganzen Gruppe hinter Ihrem Datenträger.

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Nächster Schritt

Ein Fall, über den man nicht am Telefon spricht?

Dann fangen wir mit der Vertraulichkeitsvereinbarung an und reden danach. Sie erreichen uns direkt — ohne Ticketsystem und ohne Zwischenstelle.

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Jan Petermann, Gründer & Geschäftsführer

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