Wenn Daten nicht nur zurück müssen, sondern belastbar sein.
Eine Datenrettung fragt: Bekommen wir die Datei zurück? Eine forensische Sicherung fragt zusätzlich: Lässt sich später nachweisen, dass die Datei genau so vorlag und dabei nichts verändert wurde? Das ist ein anderer Anspruch — und ein anderes Vorgehen.
Vertraulichkeit vorab
Vertraulichkeitsvereinbarung vor der Annahme, nicht danach.
Nur an der Kopie
Ausgewertet wird ein Abbild mit Prüfsumme. Das Original bleibt unangetastet.
Ein Standort
Alles im eigenen Labor in Frankfurt. Keine Auslagerung, keine Zwischenstationen.
Ein Ansprechpartner
Sie sprechen mit der Person, die den Fall bearbeitet.
Der Unterschied zur Datenrettung
Bei einer Datenrettung zählt das Ergebnis: Die Datei ist wieder da, alles gut. Bei einer forensischen Sicherung zählt zusätzlich der Weg dorthin. Wer hatte den Datenträger wann in der Hand? Womit wurde gelesen? Lässt sich belegen, dass zwischen Übernahme und Auswertung nichts verändert wurde?
Deshalb steht am Anfang immer ein vollständiges Abbild, über das eine Prüfsumme gebildet wird — eine Art Fingerabdruck des Datenbestands. Jede spätere Auswertung läuft auf einer Kopie dieses Abbilds. Lässt sich die Prüfsumme jederzeit nachrechnen, ist belegt, dass der ausgewertete Stand derselbe ist wie der übernommene.
Für Sie heißt das vor allem eines: Bitte greifen Sie vorher nicht selbst zu. Der häufigste Grund, warum ein Datenbestand als Beweismittel wertlos wird, ist nicht Manipulation, sondern gut gemeinte Eigeninitiative — ein Kollege, der „nur mal nachgesehen" hat.
Wenn Eile geboten ist
Typische Anlässe
Datenabfluss beim Ausscheiden
Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen, und es besteht der Verdacht, dass Unterlagen mitgegangen sind. Zu klären ist, was wann auf welches Medium kopiert wurde.
Interne Untersuchung
Compliance-Fälle, Verdacht auf Untreue oder Manipulation. Die Ergebnisse müssen einer späteren Prüfung standhalten.
Zivilrechtliche Auseinandersetzung
Sicherung und Aufbereitung eines Datenbestands, auf den sich beide Seiten beziehen — mit nachvollziehbarer Dokumentation, wie er entstanden ist.
Versicherungs- und Schadensfälle
Nach Brand, Wasser oder Einbruch: Was war auf dem Gerät, und lässt sich der Zustand dokumentieren?
Nachlass und Betreuung
Zugriff auf Geräte, wenn der Berechtigte nicht mehr selbst zugreifen kann — mit Nachweis der Berechtigung.
Verlorene Zugänge im Unternehmen
Verschlüsselte Datenträger ohne auffindbaren Schlüssel, gesperrte Geräte ohne bekannten Code. Legitim, aber technisch anspruchsvoll.
Wie wir arbeiten
- 01
Vertraulichkeit klären
Vertraulichkeitsvereinbarung vor der Annahme — Ihre Vorlage oder unsere. Erst danach wird das Gerät geöffnet.
- 02
Übernahme protokollieren
Gerät mit Seriennummer erfassen, Zustand dokumentieren, Übergabe schriftlich festhalten. Ab hier ist nachvollziehbar, wer wann Zugriff hatte.
- 03
Abbild mit Prüfsumme
Vollständige Sicherung, schreibgeschützt gelesen. Über das Abbild wird eine Prüfsumme gebildet und festgehalten.
- 04
Auswertung an der Kopie
Alle weiteren Schritte laufen auf einer Kopie des Abbilds. Das Original wird nach der Sicherung nicht mehr angefasst.
- 05
Befund dokumentieren
Was wurde gefunden, mit welchem Verfahren, und was lässt sich daraus belegen — und was ausdrücklich nicht.
- 06
Übergabe oder Verwahrung
Ergebnisse verschlüsselt übergeben. Das Original geht zurück oder bleibt bis auf Widerruf unter Verschluss.
Mobilgeräte
Ein Smartphone ist heute die datenreichste Quelle in fast jedem Fall — und die am schlechtesten zugängliche. Aktuelle Geräte verschlüsseln standardmäßig, und der Sperrcode geht in die Ableitung des Schlüssels ein. Ohne Code gibt es keinen Zugriff; die Zahl der Versuche ist in Hardware begrenzt, systematisches Durchprobieren scheidet aus.
Was möglich ist, hängt deshalb an drei Dingen: Modell und Softwarestand, dem Zustand der Hardware und daran, ob der Code vorliegt. Für die Auswertung setzen wir Cellebrite UFED und Oxygen Forensics ein. Ist das Gerät physisch beschädigt, geht ihm die Reparatur voraus — dieselbe Arbeit auf Chipebene wie bei einer Smartphone-Datenrettung.
Passwörter und Verschlüsselung
Verschlüsselte Container, gesperrte Archive, Laufwerke mit vergessenem Passwort: Für Fälle mit rechtmäßigem Zugriffsanspruch arbeiten wir mit Passware. Das ist ausdrücklich keine Umgehung der Verschlüsselung — die ist nach heutigem Stand nicht zu brechen. Es ist eine strukturierte Suche nach dem Passwort.
Deren Aussicht hängt vollständig davon ab, wie viel bekannt ist: ungefähre Länge, verwendete Muster, alte Varianten, firmenübliche Regeln. Aus solchen Angaben lässt sich ein Suchraum bauen, der klein genug ist. Aus dem Nichts heraus funktioniert es nicht, und wir sagen das lieber vorher.
Was Sie schriftlich bekommen
Vertraulichkeitsvereinbarung
Gegenseitig, vor der Annahme. Ihre Vorlage oder unsere.
Übernahmeprotokoll
Gerät, Seriennummer, Zustand, Datum, beteiligte Personen.
Prüfsumme des Abbilds
Der Nachweis, dass der ausgewertete Stand dem übernommenen entspricht.
Befundbericht
Vorgehen, Werkzeuge, Ergebnisse — und ausdrücklich auch die Grenzen der Aussage.
Löschnachweis
Auf Wunsch schriftlich, sobald unsere Arbeitskopien entfernt sind.
Womit gearbeitet wird.
Werkzeuge aus professioneller Datenrettung und Forensik. Was im konkreten Fall zum Einsatz kommt, richtet sich nach dem Datenträger — nicht danach, was sich gut liest.
Was wir nicht anbieten.
Diese Liste steht hier bewusst. In der Forensik ist eine klare Grenze mehr wert als ein weiches Versprechen — und was hier fehlt, würden Sie sonst voraussetzen.
Keine Umgehung von Verschlüsselung
Ohne Schlüssel, Passwort oder Code und ohne Anhaltspunkte für eine Suche gibt es keinen Zugriff. Das ist Mathematik, keine Frage der Ausrüstung.
Keine Arbeit ohne Zugriffsanspruch
Wir arbeiten nur an Geräten, an denen ein nachvollziehbarer Anspruch besteht. Danach fragen wir, und zwar vor der Annahme.
Keine Aufklärungsquote
Wir nennen keine Erfolgszahlen. Sie wären ohne die Verteilung der Fälle dahinter bedeutungslos.
Keine Zertifizierungen, die wir nicht haben
Wir führen keine ISO-27001-Zertifizierung und keine vergleichbaren Prüfsiegel. Wenn Ihr Verfahren das zwingend verlangt, sagen Sie es früh — dann ist eine andere Adresse die richtige.
Keine öffentliche Bestellung
Wir sind kein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. Wir dokumentieren nachvollziehbar; die Bewertung als Gutachten liegt bei anderen.
Kurz beantwortet.
Unterschreiben Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung?
Ja, und zwar vor der Annahme des Geräts. Ihre Vorlage oder unsere — beides ist üblich. Erst danach wird geöffnet.
Wie schnell geht das?
Die Sicherung selbst dauert je nach Umfang Stunden bis Tage. Die Auswertung hängt vom Fall ab. Sagen Sie uns, ob eine Frist läuft — dann planen wir danach.
Können Sie ein gesperrtes Handy öffnen?
Nur mit dem Sperrcode. Bei aktuellen Geräten geht der Code in die Schlüsselableitung ein, und die Zahl der Versuche ist in Hardware begrenzt. Bei älteren Modellen hängt es von Modell und Softwarestand ab — das klärt die Diagnose.
Bekommen wir etwas Schriftliches?
Ja: Übernahmeprotokoll, Prüfsumme des Abbilds und einen Befundbericht mit Vorgehen, Werkzeugen und Ergebnissen — einschließlich der Grenzen der Aussage.
Was passiert mit den Daten nach dem Fall?
Sie liegen ausschließlich auf unserem verschlüsselten Server. Nach Abschluss werden unsere Arbeitskopien gelöscht, auf Wunsch mit schriftlichem Nachweis. Alternativ verwahren wir das Abbild bis auf Widerruf.
Arbeiten Sie auch für Privatpersonen?
Ja, wenn ein nachvollziehbarer Zugriffsanspruch besteht — etwa im Nachlassfall oder bei eigenen Geräten mit verlorenem Zugang.

Data Recovery Professionals
Ein weltweiter Zusammenschluss unabhängiger, inhabergeführter Datenrettungsunternehmen. Die Mitglieder tauschen Verfahren aus professioneller Datenrettung, Forensik und Software-Entwicklung aus — bei seltenen Schadensbildern steht damit das Wissen der ganzen Gruppe hinter Ihrem Datenträger.
Ein Fall, über den man nicht am Telefon spricht?
Dann fangen wir mit der Vertraulichkeitsvereinbarung an und reden danach. Sie erreichen uns direkt — ohne Ticketsystem und ohne Zwischenstelle.
Wasserweg 8–10 · 60594 Frankfurt am Main

