Verschlüsselung und Datenrettung
Verschlüsselung schützt Ihre Daten auch vor uns. Das ist kein Mangel, sondern der Sinn der Sache. Für eine Datenrettung heißt es: Wir reparieren die Hardware, den Schlüssel bringen Sie mit.
Zwei Fragen, die man trennen muss
Bei einem verschlüsselten Datenträger sind immer zwei Dinge gleichzeitig kaputt oder unerreichbar: die Hardware und der Zugang. Eine Datenrettung kann nur das erste lösen.
Ist die Elektronik defekt, lässt sie sich reparieren. Ist der Speicher beschädigt, lässt er sich unter Umständen auslesen. Fehlt aber der Schlüssel, hilft das alles nichts — dann liegt am Ende eine vollständige, technisch einwandfreie Kopie vor, die niemand lesen kann.
Deshalb die Bitte vorab
BitLocker (Windows)
BitLocker verschlüsselt das gesamte Laufwerk. Der Schlüssel hängt am Anmeldekonto, am Sicherheitschip des Rechners oder an einem 48-stelligen Wiederherstellungsschlüssel, der beim Einrichten angezeigt und häufig automatisch im Microsoft-Konto abgelegt wird.
Für eine Rettung heißt das: Mit dem Wiederherstellungsschlüssel ist der Fall so gut wie jeder unverschlüsselte. Ohne ihn ist er es nicht. Der Schlüssel lässt sich im Microsoft-Konto nachschlagen, oft auch in der Verwaltung einer Firmen-IT — beides ist einen Versuch wert, bevor man aufgibt.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Wenn das Laufwerk beschädigt ist und BitLocker beim Einlesen der Verwaltungsdaten stolpert, hilft es nicht, den Schlüssel zu haben. Deshalb wird auch hier zuerst ein Abbild erstellt und die Entschlüsselung anschließend auf dieser Kopie versucht.
FileVault und Apple-Geräte
Bei Macs mit Apple Silicon oder T2-Chip ist der Speicher fest mit der Hauptplatine verlötet und die Verschlüsselung läuft immer — auch ohne eingeschaltetes FileVault. Der Schlüssel entsteht in einem Sicherheitsbaustein auf genau dieser Platine und verlässt ihn nicht.
Damit ist der übliche Weg versperrt: Speicherbausteine auszulöten und extern auszulesen liefert nur Chiffrat. Der Weg führt stattdessen über die Reparatur der Platine, bis der Rechner wieder startet und selbst entschlüsselt.
Und noch etwas Wichtiges: Wird die Hauptplatine im Rahmen einer Reparatur getauscht, ist der Schlüssel weg. Der neue Sicherheitsbaustein hat einen anderen. Wenn auf einem defekten Mac wichtige Daten liegen, gehört die Datenrettung deshalb vor die Reparatur — nicht danach.
Smartphones
Aktuelle iPhones und Android-Geräte verschlüsseln standardmäßig, und der Sperrcode geht in die Schlüsselableitung ein. Er lässt sich nicht umgehen: Die Anzahl der Versuche wird in Hardware begrenzt, sodass systematisches Durchprobieren keine Option ist. Ohne Code kein Zugriff — auch nicht mit einem funktionsfähigen Gerät.
Android verschlüsselt zudem jede Datei einzeln. Wird eine Datei gelöscht, wird ihr Schlüssel vernichtet. Ein Werksreset vernichtet das Schlüsselmaterial insgesamt. Beides ist nicht rückgängig zu machen, egal wie unversehrt der Speicher ist.
Was dagegen sehr wohl geht: ein Gerät, das nach Wasser oder Sturz nicht mehr startet, auf Platinenebene wieder zum Laufen bringen — und dann geben Sie den Code ein und das Gerät entschlüsselt selbst.
Selbstverschlüsselnde SSDs und externe Gehäuse
Verschlüsselung im Controller
Viele SSDs verschlüsseln alles, was sie speichern, unabhängig von den Einstellungen des Nutzers. Der Schlüssel bleibt im Controller. Fällt er aus, nützt das Auslesen der Speicherbausteine nichts — der ursprüngliche Controller muss wieder arbeiten.
Externe Festplatten mit Verschlüsselung im Gehäuse
Bei manchen externen Laufwerken sitzt die Verschlüsselung in der Brückenplatine des Gehäuses. Wer die Platte ausbaut und direkt anschließt, sieht dann nur Datenmüll. Deshalb bitte immer das Gehäuse mitschicken.
Laufwerkspasswort
Ein auf Laufwerksebene gesetztes Passwort ist etwas anderes als eine Verschlüsselung der Inhalte — es ist eine Zugangssperre der Firmware. Wie damit umzugehen ist, zeigt die Diagnose.
Wo wir helfen können, wenn das Passwort fehlt
Für Fälle, in denen ein Passwort vergessen wurde und ein rechtmäßiger Zugriffsanspruch besteht, arbeiten wir mit Passware. Das ist keine Umgehung der Verschlüsselung, sondern eine strukturierte Suche nach dem Passwort — mit allem, was Sie noch wissen: Bruchstücke, Muster, alte Varianten. Ob das im konkreten Fall aussichtsreich ist, hängt vollständig davon ab, wie viel bekannt ist.
Kurz beantwortet.
Können Sie meine verschlüsselte Festplatte auch ohne Schlüssel öffnen?
Nein. Moderne Verschlüsselung ist ohne Schlüssel nicht zu brechen — das ist ihr Zweck. Was wir können: die Hardware reparieren und ein Abbild erstellen, sodass die Entschlüsselung möglich wird, sobald der Schlüssel vorliegt.
Mein Mac startet nicht mehr. Kann ich die SSD ausbauen und woanders auslesen?
Bei Modellen mit T2-Chip oder Apple Silicon nicht — der Speicher ist verlötet und der Schlüssel steckt in der Platine. Der Weg führt über deren Reparatur.
Ich kenne den Sperrcode meines Handys nicht mehr. Geht trotzdem etwas?
Bei aktuellen Geräten nicht. Der Code geht in die Schlüsselableitung ein, und die Anzahl der Versuche ist in Hardware begrenzt. Bei älteren Geräten kommt es auf Modell und Softwarestand an — das klärt die Diagnose.
Was passiert mit meinen Daten während der Bearbeitung?
Sie liegen ausschließlich auf unserem verschlüsselten Server, werden nicht weitergegeben und nach Ihrer Empfangsbestätigung restlos gelöscht. Ausgelagert wird nichts.
Wir schauen uns Ihren Datenträger an.
Die Economy-Diagnose ist kostenlos. Sie erfahren, was möglich ist, bevor etwas kostet — und was es kosten würde, steht vorher schriftlich fest.
Wasserweg 8–10 · 60594 Frankfurt am Main

